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Schöpfung: Schöpfungslehre und Wissenschaft

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Interessierte: Schöpfung und Wissenschaft

 

Inhalt

In diesem Artikel wird gezeigt, wie unter der Vorgabe von Schöpfung fruchtbare, erkenntnisfördernde Wissenschaft betrieben werden kann. Außerdem werden Argumente diskutiert, mit denen einer Wissenschaft auf der Basis von Schöpfung das Existenzrecht bestritten wird, und gezeigt, weshalb diese Argumente nicht stichhaltig und daher zurückzuweisen sind.

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Begriffklärungen

 

Zum Verständnis der Ausführungen dieses Artikels ist wichtig, zwei verschiedene Ebenen zu unterscheiden, auf denen sich die z. T. gegensätzlichen Anschauungen über die Ursprünge einander gegenüberstehen. In Artikel Evolutionsparadigma und Naturwissenschaft wurde der Unterschied zwischen „Evolutionsparadigma“ und „Evolutionstheorien“ bzw. „-hypothesen“ erläutert. Demnach wird unter „Evolutionsparadigma“ die allgemeine Anschauung verstanden, dass alle Lebensformen von andersartigen Vorläufern abstammen und letztlich auf einen oder allenfalls sehr wenige einzellige Vorläufer abstammungsmäßig zurückgehen. Außerdem soll unter diesen Begiff die allgemeine Aussage gefasst sein, dass die Evolution der Lebewesen durch ausschließlich natürliche Prozesse erfolgte. Dagegen sind mit „Evolutionstheorien“ konkrete Hypothesen und Theorien gemeint, die im Rahmen des Evolutionsparadigmas entwickelt werden. Dazu gehören z. B. Theorien über phylogenetische Zusammenhänge oder über Mechanismen der Evolution.

Eine ähnliche Differenzierung zwischen Paradigma und Hypothesen muss auch im Rahmen der Schöpfungslehre vorgenommen werden. Unter Schöpfungsparadigma sollen im folgenden die im Artikel Biblische Grundlagen der Schöpfungslehre geschilderten weit gefassten Inhalte verstanden werden. Das heißt: Ein wesentliches Kennzeichen ist ein ins-Dasein-Kommen „durch das Wort", das innerweltlich prinzipiell nicht herleitbar ist (Hebräer 11,3). Außerdem gehört eine primäre (schöpfungsgemäße) Abgrenzbarkeit von Grundtypen zum Schöpfungsparadigma. In diesem Sinne steht das Schöpfungsparadigma somit im direkten Gegensatz zum Evolutionsparadigma. Wie das Evolutionsparadigma ist das Schöpfungsparadigma nicht Teil einer Hypothese oder Theorie, sondern spannt einen Denkrahmen auf, innerhalb dessen Hypothesen und Theorien aufgestellt werden können.

Die konkreten Hypothesen und Theorien im Rahmen des Schöpfungsparadigmas sollen im folgenden unter dem Begriff „Grundtypenbiologie zusammengefasst werden (vgl. Heutige Grundtypen). Dazu gehören z. B. eine konkrete Definition des „Grundtyps" oder die Hypothese, dass alle Lebewesen als komplexe, polyvalente Grundtypen ihre Existenz begonnen haben (vgl. Genetisch polyvalente Stammformen von Grundtypen) und primär voneinander abgegrenzt waren, und manches andere. Solche Aussagen erlauben Testmöglichkeiten und können widerlegt werden.

Als weiterer Begriff soll noch Naturalismus eingeführt werden. Nach dem philosophischen Naturalismus wird die natürliche Welt (der Mensch eingeschlossen) und die sie erklärenden Wissenschaften werden „als alleinige und hinreichende Basis zur Erklärung aller Dinge“ betrachtet. Transzendente Einflüsse werden ausgeschlossen. In diesem Artikel soll der Begriff „Naturalismus“ in diesem Sinne, also philosophisch verstanden werden, und nicht nur als Forschungsmethode.

Nachfolgend werden einige allgemeine Erläuterungen gegeben, wie Wissenschaft im Rahmen des Schöpfungsparadigmas funktioniert, warum sie zu Erkenntnisgewinnung führen kann, und dass ihre Hypothesen genauso prüfbar sind wie evolutionäre Hypothesen.

 
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Schöpfungsparadigma und Naturalismus

 

Was ist im Rahmen des Schöpfungsparadigmas anders als im Naturalismus? „Schöpfung“ bedeutet ein Ins-Dasein-Bringen durch Befehle, aufgrund des Willens Gottes (durch das Wort). Das bedeutet; Das Sichtbare (die Phänomene) ist nicht aus Seinesgleichen entstanden (in Anlehnung an Hebräer 11,3) (vgl. Biblische Grundlagen der Schöpfungslehre). Diese Charakterisierung ist noch sehr allgemein gehalten, denn es wird damit nicht konkret gesagt, was genau durch Gottes Wort unableitbar ins Dasein gekommen ist. Klar ist nur: Es muss mit Grenzen der Erforschbarkeit gerechnet werden, wenn die Ursprünge erforscht werden. Wo diese Grenzen liegen, ist aber nicht von vornherein klar, sondern diese müssen durch Forschung ausgelotet werden, die nicht anders funktioniert als Forschung unter anderen Leitanschauungen. Das Besondere an Forschung im Rahmen des Schöpfungsparadigmas ist: Die Möglichkeit einer Schöpfung aus dem Nichts (creatio ex nihilo) wird nicht a priori ausgeschlossen.

Die Schilderungen des Schöpfungsberichts konkretisieren die allgemeine Vorgabe: Gott hat die Lebewesen nach ihrer Art geschaffen. Das heißt: „Schöpfung durch das Wort“ beinhaltet konkret das Hervorbringen fertiger Lebewesen und eine primäre Grenze zwischen den „geschaffenen Arten". Dies ist im Vergleich zu den Vorgaben des Naturalismus sehr konkret und hier liegt auch ein wirklicher Unterschied zwischen dem Schöpfungsparadigma und dem Naturalismus vor. „Schöpfung“ im biblischen Sinne bedeutet konkrete inhaltliche Vorgaben. Das Schöpfungsparadigma bezieht Informationen aus der biblischen Offenbarung, also einer Mitteilung Gottes über Sachverhalte, über die auf anderem Wege keine Kenntnis gewonnen werden könnte. Die Auseinandersetzung um die Ursprungsfrage kreist damit letztlich um die Frage, ob die biblische Offenbarung wahr ist.

Die Vorgabe der Erschaffung fertiger Arten (Grundtypen) ist aber immer noch relativ ungenau, denn es wird in der Bibel keine Auskunft darüber gegeben, was unter den „geschaffenen Arten“ (den Grundtypen) zu verstehen sei. Einzig beim Menschen ist klar, dass er als Mensch „zum Bilde Gottes“ geschaffen wurde (Genesis 1,27). Weiter ist offen, ob und in welchem Ausmaß die Grundtypen veränderbar sind. Damit ist an dieser Stelle schon klar: Für Forschung im Rahmen dieser Vorgabe steht ein weites Feld offen (siehe Kritik an der Grundtypenbiologie).

Der Bezug auf Offenbarung und damit verbundene konkrete Vorgaben betrifft auch die Rekonstruktion der Erd- und Kosmosgeschichte, die in diesem Artikel weitgehend ausgeblendet bleibt. Die biblischen Vorgaben sind einerseits auch in diesem Bereich sehr allgemein (die Bibel sagt nichts direkt über Geologie und Paläontologie und nur sehr wenig über Astronomie), andererseits durch die Vorgaben einer Kurzzeit-Schöpfung und einer weltweiten Sintflut sehr konkret (vgl. Der kurze Zeitrahmen der Urgeschichte: Nur einige Jahrtausende).

 
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Bedeutet die Annahme von „Schöpfung“ Forschungsverzicht?

 

Wenn man „Schöpfung“ als Erklärung heranzieht, verzichtet man an bestimmten Stellen auf Erklärungen, die ausschließlich mit natürlichen Mechanismen operieren, bzw. schließt die Möglichkeit solcher Erklärungen punktuell aus. Im Schöpfungsparadigma steht jedoch nicht von vornherein genau fest, wo die natürlichen Mechanismen nicht greifen. Genau dies kann und soll nur durch Forschung ausgelotet werden. Die Vorgabe „Schöpfung“ kann daher Forschung fördern. Dabei wird mit den üblichen Methoden gearbeitet (sofern sie ethisch vertretbar sind) (vgl. Methodik der empirischen Forschung und Methodik der historischen Forschung). Die Zielsetzung, die Reichweite natürlicher Prozesse auszuloten und kausale Zusammenhänge zu ermitteln, ist dieselbe. Allerdings wird im Rahmen des Schöpfungsparadigmas nicht das Ziel verfolgt, eine naturgesetzliche Entstehung des Lebens und seiner Vielfalt zu erreichen. Ob dieses Ziel überhaupt realistisch ist, steht ja gerade zur Debatte. Auf der Ebene der wissenschaftlichen Diskussion versteht sich das Schöpfungsparadigma nicht als einzig möglicher Ansatz, der anderen das Existenzrecht bestreitet.

 
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Schöpfungsparadigma und untergeordnete Hypothesen und Theorien

 

Zunächst sei an die oben vorgenommene wichtige Unterscheidung zwischen Schöpfungsparadigma und Grundtypenbiologie erinnert. Das Schöpfungsparadigma ist nicht Teil einer Hypothese oder Theorie, sondern spannt einen Denkrahmen auf, innerhalb dessen Hypothesen und Theorien aufgestellt werden können. Das Schöpfungsparadigma selber ist nicht falsifizierbar (=widerlegbar). Durch „Schöpfung“ könnte man nämlich alles erklären, indem man alles, was immer man auch beobachtet, als so von Gott geschaffen deklariert. Vom Schöpfungsparadigma müssen daher konkrete Hypothesen abgeleitet werden, die Testmöglichkeiten und Falsifizierungen erlauben. Diese Hypothesen werden unter der Grundtypenbiologie subsummiert (s. o.).

Diese Vorgehensweise ist kein Spezifikum des Ansatzes „Schöpfung“. Denn auch ein nicht näher konkretisierter Ansatz „Evolution“ ist nicht falsifizierbar, sondern dient ebenfalls als Rahmen für konkrete untergeordnete Hypothesen (siehe Evolutionsparadigma und Naturwissenschaft).

 
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Abb. 214 soll die Beziehung zwischen dem Schöpfungsparadigma und untergeordneten Hypothesen und Theorien illustrieren. Die Aussagen des Schöpfungsparadigmas (1) sind zu allgemein, um Tests zu ermöglichen. Daher müssen sie konkretisiert werden (2). Diese Konkretisierungen sind aber keine zwingenden Ableitungen aus (1), sondern nur mögliche Aussagen, die im Rahmen von (1) naheliegend sind oder ihm mindestens nicht widersprechen. Im Rahmen der biblischen Schöpfungslehre muss bei diesem Schritt der Auslegungsspielraum der zugrundeliegenden biblischen Texte beachtet werden. (Auf die damit verbundenen exegetischen Fragen wird hier nicht eingegangen.) Aus (2) ergeben sich Hypothesen, die zu Theorien zusammengefasst werden können (3), z. B. Hypothesen der Grundtypenbiologie. Alle darauf folgenden Schritte unterscheiden sich nicht von der üblichen naturwissenschaftlichen Methode. Da die Ableitung von (1) nach (3) nicht zwingend ist, kann eine Bestätigung von (3) auch kein Beweis von (1) darstellen. Konkret: Bewährt sich das weiter unten dargestellte Grundtypkonzept, liefert das keinen Beweis für Schöpfung; wohl aber liefert eine Bewährung Plausibilitätsargumente dafür.

Eine zwingende Ableitung eines ganz bestimmten Grundtypmodells aus dem biblisch orientierten Schöpfungsparadigma ist nicht möglich, da das Paradigma dafür zu weit gefasst ist. Aber es ist auch (entgegen mancher Kritiker) nicht möglich, beliebige Hypothesen aus dem Schöpfungsparadigma abzuleiten. Zwingend erscheint nur die Abgrenzungsmöglichkeit auf dem Grundtypniveau.

 
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Ist das Schöpfungsparadigma falsifizierbar?

 

Im Artikel Evolutionsparadigma und Naturwissenschaft wird die Frage aufgeworfen, ob das Evolutionsparadigma falsifizierbar sei und festgestellt, dass dies strenggenommen nicht der Fall ist, jedoch die Plausibilität des Paradigmas mit bestimmten Befunden steht oder fällt. Dies trifft auch auf das Schöpfungsparadigma zu. Wenn das Schöpfungsparadigma sehr allgemein formuliert wird, ist es in der Tat nicht falsifizierbar. Eine vergleichbare Kritik trifft aber auch auf das Evolutionsparadigma zu. Daher müssen im Rahmen des Schöpfungsparadigmas genauso wie im Rahmen des Evolutionsparadigmas Hypothesen formuliert werden, die das Paradigma konkretisieren.

Wenn Hypothesen oder Theorien, die im Rahmen des Schöpfungsparadigmas formuliert werden, sich immer wieder nicht bewähren, verliert auch das zugrundeliegende Paradigma an Plausibilität, wenn es auch nicht widerlegt wird. Um es beispielhaft konkret auf den Punkt zu bringen: Durch den Nachweis vieler gut passender Bindeglieder (vgl. Definition von Mosaikform und Übergangsform würde das Schöpfungsparadigma an Plausibilität verlieren. Und beispielsweise die Hypothese, dass auf dem Grundtypniveau auch unter Fossilien sich abgrenzbare Einheiten nach geeigneten Kritieren erkennen lassen, kann sich je nach Befundlage bewähren oder auch nicht. Diese Hypothese verträgt nicht beliebige Befunde.

 
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Kritik an Wissenschaft unter der Vorgabe von Schöpfung

 

Die Möglichkeit einer Wissenschaft im Rahmen des Schöpfungsparadigmas wird mit einer Reihe von Kritikpunkten bestritten. Diese sollen abschließend zusammenge-stellt und kurz beantwortet werden. Ausführlichere Antworten finden sich im Expertenteil (Schöpfung und Wissenschaft). Dabei ist noch einmal die Unterscheidung der Ebenen von Paradigma und untergeordneten Hypothesen und Theorien wichtig. In den folgenden Antworten wird auch Bezug auf andere Artikel genommen, dennoch sollen die Antworten hier im Gesamten präsentiert werden.

1. Das Schöpfungsparadigma ist unrevidierbar und offenbart daher eine unüberbrückbare methodologische Kluft zu wissenschaftlichen Forschungsprogrammen, die alles auf den Prüfstand stellen, auch ihre weltanschaulichen Grundlagen.

Antwort: Auch der Evolutionsforschung liegt ein feststehendes Paradigma zugrunde und man sucht nach passenden Beobachtungen bzw. versucht, die gewonnenen Daten entsprechend einzupassen, ohne dabei das Paradigma auf den Prüfstand zu stellen. Es gibt heute keine Evolutionstheoretiker, die mit dem Ziel forschen, das Evolutionsparadigma in Frage zu stellen. Theorien hingegen, die im Rahmen der jeweiligen Paradigmen entwickelt werden, stehen jederzeit zur Disposition. Das gilt auch für die Grundtypenbiologie, die im Rahmen des Schöpfungsparadigmas betrieben wird (vgl. Heutige Grundtypen, Genetisch polyvalente Stammformen von Grundtypen und Kritik an der Grundtypenbiologie).

2. Im Rahmen des Schöpfungsparadigmas kann keine ergebnisoffene Wissenschaft betrieben werden.

Antwort: Eine ergebnisoffene Wissenschaft hält die Möglichkeit offen, dass es Grenzen der Erforschbarkeit gibt, wenn die Ursprünge erforscht werden. Außerdem kalkuliert sie die Möglichkeít einer unableitbaren Schöpfung ein. Die Vorgabe der Erschaffung fertiger, polyvalenter Grundtypen ist relativ unpräzise. Nur durch Forschung kann hier Genaueres in Erfahrung gebracht werden. Ob die Forschung die Vorhersagen des Grundtypmodells bestätigt, ist offen; die Ergebnisse stehen nicht von vornherein fest.

3. Das Schöpfungsparadigma erlaubt keine konkreten Vorhersagen, aus ihm können beliebige Schlussfolgerungen gezogen werden, es macht keine Verbote an die Empirie; daher ist es nicht falsifizierbar.

Antwort: Vorhersagen in historischen Rekonstruktionen sind allgemein schwierig, nicht nur im Rahmen des Schöpfungsparadigmas (vgl. Methodik der historischen Forschung). Im Artikel Kritik an der Grundtypenbiologie werden Falsifizierungsmöglichkeiten diskutiert.

4. Aus dem Schöpfungsparadigma folgen keine Anleitungen für Erkenntnisgewinnung.

Antwort: Diese Kritik ist sehr weit von der Realität entfernt. Die schöpfungsparadigmatisch motivierte Grundtypenbiologie hat viele Erkenntnisinteressen. Nachfolgend werden in Auswahl stichwortartig einige Fragestellungen genannt, die aus dem Grundtypen- und dem ID-Ansatz (vgl. Kontroverse um „Intelligent-Design“) resultieren. Erkenntnisinteresse besteht beispielsweise in folgenden Fragestellungen und Themen:

  • Klärung der Evolutionsmechanismen. Dabei wird im Rahmen der Grundtypenbiologie erwartet, dass sich mit zunehmenden Kenntnissen Grenzen der Veränderlichkeit abzeichnen werden. Ob es diese Grenzen gibt und wo sie liegen, kann nur durch Forschung ermittelt werden (vgl. 2.) und ist keine Vorgabe einer Offenbarung. Das gilt auch für alle nachfolgenden Punkte. (Weitere Fragestellungen finden sich im Expertenteil.)
  • Untersuchungen auf irreduzible Komplexität (Nichtreduzierbare Komplexität). Ob ein System irreduzibel komplex ist, kann nur durch eingehende Unterschungen festgestellt werden.
  • Gibt es Indizien für Polyvalenz? (vgl. Genetisch polyvalente Stammformen von Grundtypen)
  • Können primäre Grundtypgrenzen plausibel gemacht werden? Hierzu ist detailliertes taxonomisches Wissen auf allen biologischen Ebenen erforderlich.
  • Gibt es Indizien für Intelligent Design, woran werden sie erkannt? (vgl. (Einführung in „Intelligent-Design“ und Kontroverse um „Intelligent-Design“.)

5. Das Schöpfungsparadigma verhindert Forschung, weil beim Auftreten offener Fragen auf das wundersame Handeln eines Schöpfers verwiesen wird.

Antworten: 1. Im Schöpfungsparadigma steht nicht von vornherein genau fest, wo die natürlichen Mechanismen nicht greifen. Genau dies kann und soll nur durch Forschung ausgelotet werden.

2. Um das Unvollkommenheits-Argument (vgl. Argumente gegen Design) zu entkräften, ist Forschung notwendig. Die Suche nach Funktionen ist ein sinnvolles Forschungsprogramm.

3. Der Ansatz des „Intelligent Design“ strebt dadurch ein volles Verständnis vergangener Abläufe an, dass alle Möglichkeiten für den Ursprung biologischer Systeme – Zufall, Gesetzmäßigkeit und Intelligent Design – offengehalten werden. Dabei darf nicht vorschnell auf ID geschlossen werden, sondern erst nach eingehender Prüfung. Ohne Forschung kann es keinen begründeten Schluss auf ID geben.

6. Im Rahmen des Schöpfungsparadigmas kann nach Belieben auf übernatürliche Eingriffe rekurriert werden; es gibt keine Garantie für Gesetzmäßigkeiten. (Ohne Gesetzmäßigkeiten keine Wissenschaft.)

Antwort: Wissenslücken dürfen nicht nach Belieben durch Hinweise auf Schöpfungsakte gefüllt werden.

 
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Autor: Reinhard Junker, 06.05.2008

 
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