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26.01.26 Uralte Genome Afrikas enthüllen überraschende VielfaltDie Sequenzierung von 28 menschlichen Genomen aus Südafrika (10.200 radiometrische Jahre bis zur jüngeren Vergangenheit) zeigt eine außergewöhnlich hohe genetische Vielfalt. Bei Vergleichen mit modernen und weiteren alten Genomen identifizierten die Forscher eine eigenständige „ancient southern African ancestry component“ (alte südafrikanische Abstammungskomponente), die teilweise außerhalb der Variation heutiger Menschen liegt. Die Ergebnisse verdeutlichen die starke genetische Differenzierung früher Homo-sapiens-Gruppen und deuten auf eine lange Phase relativer Isolation südafrikanischer Populationen hin. Wesentliche Befunde In einer aktuellen Studie, veröffentlicht in Nature, sequenzierten Forscher die vollständigen Genome von 28 erhaltenen Individuen aus Südafrika, die zwischen etwa 10.200 radiometrischen Jahren (rJ) und 200 Jahren vor heute lebten, und verglichen diese mit modernen sowie weiteren alten Genomen (Jakobsson et al. 2025; Killgrove 2025).
Die Studie von Jakobsson et al. (2025) liefert bemerkenswerte Erkenntnisse über die frühe genetische Vielfalt des Menschen. Zum einen zeigte sich bei den untersuchten Individuen aus Südafrika eine außergewöhnlich breite Palette genetischer Varianten, die in heutigen Populationen oft deutlich seltener vorkommen. Zum anderen wies diese alte südafrikanische Gruppe über viele Jahrhunderte hinweg kaum genetische Durchmischung mit externen Populationen auf. Nach Angaben der Forscher blieb sie bis etwa 550 n. Chr. weitgehend isoliert, was auf eine lange Phase minimaler Migration und begrenzten Kontakts hinweist (Killgrove 2025).
Darüber hinaus fanden die Wissenschaftler spezifische genetische Varianten, die mit Funktionen wie Nierenphysiologie, Wasserhaushalt, UV-Licht-Anpassung und sogar Aspekten neuronaler Entwicklung in Verbindung stehen. Diese Merkmale werden als Hinweise auf lokale ökologische Anpassungen interpretiert (Jakobsson et al. 2025; Killgrove 2025). Im konventionellen evolutionsbiologischen Rahmen werden solche Muster gewöhnlich als Resultat einer sehr langen, regional getrennten Populationsgeschichte erklärt, in der Mutationen langsam über zehntausende Jahre hinweg akkumuliert wurden (gemäß der molekularen Uhr). Isolation, geringe Populationsgröße und natürliche Selektion gelten dabei als Haupttreiber genetischer Besonderheiten.
Doch dieselben Daten lassen sich hypothetisch auch in einem Schöpfungsmodell deuten, in dem man davon ausgeht, dass der Mensch nicht auf extrem langsame Mutationsansammlungen angewiesen ist, sondern über eingebaute Mechanismen schneller genetischer Variation verfügt. Diese Mechanismen – darunter Variation-Induzierende Genetische Elemente (VIGEs), nicht-zufällige adaptive Mutationen und epigenetische Reaktionsmuster – ermöglichen eine rasche, umweltinduzierte Feinanpassung innerhalb relativ kurzer Zeiträume (Borger 2017; 2023; Terborg 2009). Woher kommt schnelle Variation? Hypothetische Deutungsangebote aus Schöpfungsperspektive Unter diesem Blickwinkel könnten die südafrikanischen Funde weniger Ausdruck einer langen evolutionären Abspaltung sein, sondern vielmehr das Ergebnis von isolierten Populationen, in der solche eingebauten, schnellen Variationsmechanismen über mehrere Jahrhunderte hinweg ungestört wirksam waren. Im Zentrum stehen dabei drei miteinander verflochtene Prozesse, die in heutigen Schöpfungsmodellen (wie Borger 2017) eine Schlüsselrolle spielen – deren Einfluss auf die hier vorliegenden untersuchten südafrikanischen Genome allerdings erst in Zukunft nachzuweisen bzw. zu untersuchen wäre. Der erste betrifft die sogenannten Variation-Inducing Genetic Elements (VIGEs), also mobile genetische Elemente wie Transposons, die genomische Strukturen verändern, regulatorische Netzwerke umgestalten und dadurch rasch neue Varianten erzeugen können. Es ist bekannt, dass Positionsänderungen von Transposons die Häufigkeit von Mutationen erhöhen können. So wurde beispielsweise von Wicker et al. (2016) festgestellt, dass die Aktivität von DNA-Transposons mit erhöhten Mutationsraten in Genen von Reis und anderen Gräsern in Zusammenhang steht. In großen Bereichen (hier 3000 Basenpaare) rund um die ehemaligen Stellen, aus denen sich Transposons entfernt (exzidiert) haben, war die Mutationsrate zehnmal so hoch wie im genomweiten Durchschnitt. Solche Elemente könnten eine Art eingebauten Variationstreiber darstellen, der Populationen selbst unter isolierten Bedingungen zu einer starken Diversifizierung befähigt (Terborg 2009; Borger 2023). Ein zweiter Mechanismus betrifft das Konzept der nicht-zufälligen, adaptiven Mutationen. Neue genetische Befunde deuten darauf hin, dass bestimmte Mutationsmuster nicht rein zufällig entstehen, sondern gezielt in spezifischen Genbereichen aktiviert werden – häufig als Reaktion auf Umweltreize oder weil manche DNA-Regionen besonders veränderungsanfällig sind (Baker et al. 2022). Die in den alten südafrikanischen Genomen gefundenen Varianten, die unter anderem mit Nierenfunktion und dem Wasserhaushalt in Verbindung stehen, könnten daher das Ergebnis solcher umweltinduzierten, gezielt auftretenden Veränderungen sein (Borger 2023). In kleinen Populationen würden solche Anpassungen durch rein zufällige Mutationsprozesse und Selektion allein sehr lange dauern – bis zu vielen Millionen von Jahren (Sanford et al. 2015); das ist mehr Zeit, als in aktuellen evolutionären Langzeitmodellen zur Verfügung steht. Epigenetik bildet eine weitere Ebene schneller Anpassung. Dabei geht es um Mechanismen, durch die Umweltfaktoren die Aktivität von Genen beeinflussen können – ohne die DNA-Sequenz selbst zu verändern. Solche „epigenetischen Markierungen“ entstehen zum Beispiel durch Ernährung, Stress oder Umweltbedingungen, und einige von ihnen können sogar an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Neuere Studien zeigen zudem, dass epigenetische Prozesse in manchen Fällen sogar dazu beitragen können, Mutationen gezielt an bestimmten Stellen im Erbgut auszulösen (Baker et al. 2022). Auf diese Weise können sich Populationen sehr schnell sichtbar unterscheiden, selbst dann, wenn nur wenige oder gar keine neuen zufällige Mutationen im klassischen Sinne auftreten (Skinner 2015). Out-of-Africa oder Out-of-Babel? Die Beobachtung, dass in Afrika – insbesondere in Südafrika – die meiste genetische Variation in der Menschheit zu finden ist, hat zur klassischen Out-of-Africa-Interpretation geführt. Dieses Modell besagt, dass moderne Menschen (Homo sapiens) ursprünglich in Afrika entstanden sind und sich von dort aus über die ganze Welt verbreiteten, wobei die genetische Vielfalt in Afrika am größten geblieben ist. Die Analysen von Jakobsson et al. (2025) zeigen jedoch, dass diese außergewöhnlich hohe Variationsbreite nicht nur in heutigen afrikanischen Populationen, sondern bereits in alten Populationen vor bis zu 10.200 rJ vorhanden war. Besonders bemerkenswert ist, dass die extreme genetische Bandbreite vorwiegend oder sogar ausschließlich in diesen spezifischen südafrikanischen Populationen auftritt und nicht gleichmäßig über alle afrikanischen Gruppen verteilt ist. Jakobsson et al. beschreiben die große Vielfalt südafrikanischer Genome sogar als ein „extremes Ende menschlicher genetischer Variation“. Dies könnte darauf hinweisen, dass in dieser Population besondere biologische Prozesse wirksam waren – man könnte hier etwa eine veränderte Mutationsrate annehmen, verursacht durch lokal gestörte oder anders regulierte DNA-Reparaturmechanismen bzw. durch insgesamt höheren Mutationsinput im Vergleich zu anderen menschlichen Gruppen, beispielsweise aufgrund erhöhter Umwelteinflüsse, Replikationsstress oder genetischer Drift. Solche Faktoren könnten eine schnelle, ortsspezifische Zunahme genetischer Variation bewirken und damit eine alternative Erklärung zur evolutionären Out-of-Africa-Hypothese für die außergewöhnliche Vielfalt liefern, die bisher überwiegend dem Out-of-Africa-Szenario zugeschrieben wurde. Aus dieser Perspektive ergibt sich ein alternativ erklärbares Bild der archäologischen und genetischen Funde: Nach dem biblischen Bericht (1. Mose 11) wanderte die frühe Menschheit von einem gemeinsamen Ausgangspunkt – Babel – aus in verschiedene Regionen der Erde. Dies betraf aber (je nach Ursprungsmodell) wahrscheinlich nicht erst Homo sapiens, sondern schon frühere Menschenformen, aus denen schließlich Homo sapiens hervorgegangen ist (es ist umstritten ob an einem Ort oder an verschiedenen Orten gleichzeitig), wie beispielsweise Homo erectus, der in der kompletten Alten Welt verbreitet war (vgl. Scholl 2025, v. a. Anhang 3). Die häufig als einfach bewerteten Steinwerkzeugkulturen dieser frühen Menschen könnte man dann als Ausdruck kulturelle Verluste erklären, weil kleine und isolierte Gruppen von Babel aus die Welt besiedelten und dabei erstens viel komplexes Spezialwissen einbüßten und zweitens nur mit den Materialien arbeiten konnten, die sie auf ihren Wanderungen fanden (vgl. Scholl 2025). So wiesen beispielsweise auch die rezenten (d. h. „heutigen“) Tasmanier als kleine isolierte Population im Laufe der Zeit nur noch wenige und sehr einfache Steinwerkzeugformen auf (Brandt 2019). Einige dieser sich von Babel ausbreitenden Menschengruppen gelangten auch in den südlichen Teil Afrikas und lebten dort über viele Generationen hinweg relativ isoliert. In einer solchen abgeschlossenen Umgebung können Mutationen und epigenetische Veränderungen gemeinsam wirken. Dadurch können Populationen bereits in vergleichsweise kurzer Zeit deutliche genetische Besonderheiten entwickeln. Die heute identifizierte „ancient southern African component“ muss daher – aus dieser Sichtweise – nicht zwangsläufig als Zeichen einer extrem langen evolutionären Trennung interpretiert werden. Sie lässt sich auch als Ausdruck schneller natürlicher Variation verstehen, wie sie im Rahmen eines Schöpfungsmodells erwartet wird (Terborg 2009; Borger 2023). Unterschiedliche Erklärungen in unterschiedlichen Paradigmen Die alten Genome aus Südafrika liefern neue Einblicke in die genetische Vielfalt früher Menschen, die auf unterschiedliche Weise interpretiert werden kann. Im Rahmen der Evolutionstheorie wird üblicherweise angenommen, dass diese Vielfalt durch lange Isolation und eine langsame Ansammlung von Mutationen entstand (Jakobsson et al. 2025). Ein solcher Vorgang ist jedoch sehr zeitaufwendig und für kleine Populationen von Menschen sogar unrealistisch (Sanford et al. 2015). Das Schöpfungsmodell bietet eine alternative Erklärung: schnelle, programmierte Veränderungen durch spezielle Variationsmechanismen, nicht-zufällige Mutationen und epigenetische Anpassungen (Terborg 2009; Borger 2023; Skinner 2015). Beide Ansätze basieren auf denselben Daten, unterscheiden sich jedoch grundlegend in der Interpretation von Ursache und Tempo der genetischen Veränderungen. Aus Sicht des Schöpfungsmodells ist entscheidend, dass in einigen Bereichen des Erbguts deutlich höhere Mutationsraten gemessen wurden als bisher angenommen (Porubsky 2025)[1]. Wenn sich DNA schneller verändert, entsteht auch genetische Vielfalt schneller. Das heißt: Viele Unterschiede im Erbgut, die bislang als sehr alt eingestuft wurden, könnten in Wirklichkeit viel jünger sein. Literatur Baker H (2022) New study provides first evidence of non-random mutations in DNA. Life Science, 14.01.2022, https://www.livescience.com/non-random-dna-mutations. [1] Diskutiert in: https://medicalxpress.com/news/2025-04-dna-mutate-faster-previously-thought.html. Diese News kann man auch auf der neuen Website Genesis-net.de lesen: https://genesis-net.de/n/371-0/
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