Schöpfung: Theologie, Biblische Apologetik - Todesstrukturen in der Schöpfung  

Schöpfung: Theologie, Biblische Apologetik

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Interessierte: Todesstrukturen in der Schöpfung

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Inhalt

In diesem Artikel werden einige Einblicke in Einrichtungen für den Erwerb und Verzehr tierischer Nahrung, von Räuber-Beute-Beziehungen und parasitären Lebensformen gegeben.

evolution schöpfung sündenfall biologie todesstrukturen schöpfung Problemstellung

evolution schöpfung sündenfall biologie todesstrukturen schöpfung Die ökologischen Verflechtungen

evolution schöpfung sündenfall biologie todesstrukturen schöpfung Strukturen und Verhaltensweisen für den Beuteerwerb

evolution schöpfung sündenfall biologie todesstrukturen schöpfung Strategien der Feindabwehr

evolution schöpfung sündenfall biologie todesstrukturen schöpfung Krankheit, Missbildungen, Tod

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Problemstellung

 

Eines der Standardargumente gegen ein historisches Verständnis der biblischen Urgeschichte ist das Fressen und Gefressenwerden in der Schöpfung. Es wird wie folgt argumentiert: In 1. Mose 1,29-30 wird geschildert, dass die Tiere und der Mensch nur pflanzliche Nahrung zu sich nehmen sollten: Es wird auch ausdrücklich gesagt, dass es auch so geschah. Heute aber ist das ganz anders. Viele Tiere erbeuten andere Tiere und benötigen dazu häufig ausgeklügelte Werkzeuge und Verhaltensweisen zum Beuteerwerb. Die Beutefangmechanismen sind oft so kompliziert, dass sie nicht durch Mikroevolution Mikro- und Makroevolution entstehen konnten; sie erfordern gegenüber Pflanzenfressern z. T. erhebliche Neukonstruktionen oder gewaltige Umkonstruktionen und damit Makroevolution. Wenn es aber nach den Vorstellungen der Schöpfungslehre keine Makroevolution gibt, wie kommen dann die komplizierten Räuber-Beute-Beziehungen zustande? Sie müssten von vornherein am Anfang der Schöpfung schon dagewesen sein. Das würde aber dem biblischen Schöpfungsbericht (s. o.) widersprechen.

Im übrigen sei eine Welt ohne Tod und ohne Räuber-Beute-Beziehungen ökologisch gar nicht denkbar. Die biblische Schilderung von einer Welt ohne Tiernahrung sei daher unrealistisch. Sie könne allenfalls bildlich verstanden werden, nicht aber als Beschreibung eines tatsächlichen ursprünglichen Zustandes der Schöpfung.

Im folgenden werden heutige ökologische Verflechtungen der belebten Welt anhand einiger typischer Beispiele geschildert. Damit soll beispielhaft dokumentiert werden, welche Unterschiede zwischen der uns vertrauten Ökologie und einer ganz andersartigen Ursprungsökologie bestehen. Daraus wird ersichtlich werden, dass der Übergang von einer Ursprungsökologie (wie in 1. Mose 1,29-30 angedeutet) zur heutigen Ökologie mit dem Fressen und Gefressenwerden in der Tat nicht durch mikroevolutive, natürliche Vorgänge erklärbar ist.

Im Artikel Biblische Aussagen zur Existenzweise der Lebewesen wird gezeigt, dass die biblischen Texte tatsächlich eine ursprüngliche Welt ohne Tod in der gesamten Schöpfung beschreiben, und zwar im Sinne einer realistischen Schilderung einer Schöpfung, die ursprünglich wesensmäßig anders gestaltet war als die heutige. Daraus folgt notwendigerweise, dass es einen Übergang oder einen Umbruch in die heutige „Todes-Ökologie" gegeben haben muss. Einige biblische Texte geben Hinweise darauf, dass dieser Umbruch mit dem Sündenfall des Menschen zu tun hat. Der Sündenfall ist demnach ein für die gesamte Schöpfung einschneidendes Ereignis. Wie man sich einen solchen Übergang oder Umbruch aus biologischer Sicht vorstellen könnte, ist Gegenstand des Artikels Modell für einen Umbruch in der Schöpfung.

 
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Die ökologischen Verflechtungen

 

Um die Frage nach den möglichen Folgen des Sündenfalls für die Ökologie der Lebewesen angemessen angehen zu können, soll in diesem Artikel ein streifzugartiger Einblick in die heute beobachtbaren Wechselwirkungen zwischen den Organismen gegeben werden. Dabei wird nur auf diejenigen gegenseitigen Abhängigkeiten eingegangen, die Elemente enthalten, die mit dem Tod in der Schöpfung zu tun haben. Wir nennen solche Strukturen „fallsgestaltig", weil sie hier als Folge des Sündenfalls betrachtet werden. Es geht dabei vor allem (aber nicht nur!) um destruktive Strukturen, die dazu da sind, andere Tiere zu schädigen oder zu töten. Dabei entsteht zwar ein einseitiges Bild, doch soll gerade die negativen Wechselwirkungen zwischen Lebewesen dargestellt werden.

Das Fressen und Gefressen werden ist uns von Kindheit an so geläufig, dass es zu den größten Selbstverständlichkeiten gehört. Viele Tiere überleben nur auf Kosten anderer Tiere. Auch wenn man in Rechnung stellt, dass viele Raubtiere auch mit pflanzlicher Nahrung auskommen (z. B. im Zoo), bleibt doch die Tatsache, dass die Stabilität der heutigen Lebensgemeinschaften von ausgewogenen Räuber-Beute-Verhältnissen abhängt. Abb. 123 zeigt vereinfacht ein Nahrungsnetz.

 
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Bei Abwesenheit der Räuber würden Beutetiere überhand nehmen und sich dadurch selbst die Nahrungsgrundlage entziehen; außerdem könnten sich Krankheiten seuchenhaft ausbreiten und die Population gefährden. Daher fungieren Räuber oft auch als „Gesundheitspolizisten", indem sie kranke, schwache oder in irgendeiner Weise abnorme Individuen eher schlagen (können) als gesunde und kräftige.

 
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Strukturen und Verhaltensweisen für den Beuteerwerb

 

Damit Tiere andere erbeuten und verzehren können, benötigen sie passende Körperstrukturen und Verhaltensweisen: Der Räuber muss seine Beute erkennen, überwältigen, verzehren und verdauen können. Im folgenden sollen einige Beispiele solcher Strukturen und Verhaltensweisen geschildert werden. Es handelt sich dabei um Strukturen und Verhaltensweisen, die in einer Welt, wo den Tieren das „grüne Kraut" zur Nahrung gegeben ist (1. Mose 1,30) sinnlos wären (= fallsgestaltige Strukturen, s. o.). In diesem Artikel geht es im Wesentlichen nur um Beschreibungen. Überlegungen, inwieweit diese fallsgestaltigen Merkmale im Laufe einer Mikroevolution nach der Erschaffung der Arten erworben werden konnten, werden im Artikel Modell für einen Umbruch in der Schöpfung diskutiert. Die nachfolgenden Beispiele stammen meist aus Schröpel („Räuber und Beute." Landbuch-Verlag,1986).

 
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Strukturen und Verhaltensweisen, die den Nahrungserwerb ermöglichen. Um die Beute fangen zu können, bedarf es geeigneter Verhaltensweisen und Organe. Beides muss aufeinander abgestimmt sein. Zum Reißen und ggf. Kauen der Beute benötigen Tiere ein geeignetes Gebiss. Ein Raubtiergebiss unterscheidet sich von einem Grasfressergebiss stark; man vergleiche etwa das Gebiss eines Huftieres mit dem eines Raubtieres (Abb. 124). Auch wenn man mit einem Raubtiergebiss auch pflanzliche Nahrung zu sich nehmen kann, so ist es dafür doch nicht so gut geeignet und nicht dafür konstruiert.

Oft aber sind Beutefangeinrichtungen ausgesprochen ausgeklügelt konstruiert. Zwei Beispiele: Die zu den Fangschrecken gehörende Gottesanbeterin (Mantis religiosa) schlägt ihre Beute mit dem zu wirkungsvollen Fanghaken umgebildeten ersten Beinpaar, mit dem sie blitzschnell und zielsicher zuschlägt. Der Fangschlag dauert nur 10-30 Millisekunden. Mit Hilfe von Sinnesborsten, die je nach Kopfdrehung gestaucht werden, kann die Mantis die Lage der Beute relativ zum Kopf bestimmen. Entsprechend wird die Schlagrichtung „eingestellt". Bis ein geeignetes Beutetier in Reichweite gelangt, wartet das Insekt u. U. mehrere Stunden lang.

Durch Echopeilung mittels Ultraschall und Radar orten Fledermäuse ihre fliegende Beute. Die Fledermäuse können die von der Beute zurückkommenden Schallsignale analysieren, Entfernung und Flugrichtung der Beute bestimmen und ihre eigene Flugrichtung entsprechend einschlagen. Die Ultraschalltöne wären so laut wie ein Presslufthammer, wenn sie im für den Menschen hörbaren Bereich ausgestoßen würden. Die Schreie werden durch den Mund, bei einigen Fledermausfamilien durch die Nase ausgestoßen, wobei das Nasenblatt als eine Art Megaphon dient.

Diese Beispiele zeigen, dass eben geeigneten Beutefangorganen auch ein geeignetes Beutefangverhalten erforderlich ist. Ein Räuber muss sich anders verhalten als ein Pflanzenfresser.

Was die physiologische Seite betrifft, so ist tierische Nahrung leichter verdaulich als Pflanzennahrung. Ein Pflanzenköstler verträgt in der Regel auch tierische Nahrung.

Fangen der Beute. Viele Tierarten fangen ihre Beute gemeinsam durch ein koordiniertes Vorgehen. Ungemein „taktisch klug" gehen Pelikane vor. Sie finden sich beim Fischfang zu Trupps zusammen und treiben Fischschwärme in die seichte Uferregion, um sie dann im flachen Wasser zu erbeuten.

Der Gepard (Acinonyx jubatus) setzt seine läuferischen Qualitäten ein, um die Beute ergreifen zu können. Er erreicht Spitzenwerte von über 100 km/h, die er allerdings nur über wenige 100 m durchhalten kann. Diese Geschwindigkeit wird durch eine besonders biegsame Wirbelsäule, die Beweglichkeit der Schulterblätter und die langen Beine ermöglicht.

Besonders hinterlistig sind die Fallenapparate der Spinnen. Jedermann geläufig ist das Netz von Radnetzspinnen, in welchem ahnungslose oder unvorsichtige Opfer hängen bleiben. Es gibt eine Unzahl weiterer Vorrichtungen, die mit Fangfäden arbeiten, z. B. Stolperdrähte als Signalüberträger oder Baldachine.

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Der Schützenfisch (Toxotes jaculatrix) (Abb. 125) spuckt kleine Wassertropfen von der Oberfläche des Wassers auf Insekten, die in der über dem Ufer hängenden Vegetation sitzen. Er trifft auf Entfernungen von über 1 m mit unglaublicher Sicherheit. Die Lichtbrechung und Wellenbewegungen berücksichtigt der Fisch beim Zielen. Die Fähigkeit des Schießens wird durch eine vergleichsweise bewegliche Zunge ermöglicht, die er gegen den Gaumen pressen kann. Im Gaumen liegt eine Rinne, die mit der Zunge zusammen eine Art Blasrohr bildet. Durch kräftiges Schließen der Kiemendeckel wird Wasser aus der Mundhöhle durch die Röhre gepresst.

Verzehren der Beute. Schlangen, die ihre Beute verschlingen, besitzen ein kompliziertes Kiefergelenksystem, das ihnen diese Ernährungsweise ermöglicht. Die Unterkieferäste sind nicht fest verwachsen, sondern werden durch ein elastisches Band zusammengehalten. Beim Schlingakt weitet sich dieses Band sehr stark. Damit die Schlange während des Schlingaktes nicht erstickt, wird die Mündung der Luftröhre nach vorn, mitunter sogar seitlich aus dem Mund heraus verschoben. Ist die Beute in der Speiseröhre verschwunden, treiben starke Muskelbewegungen sie zum Magen weiter. Dieses Beispiel macht deutlich, dass praktisch die gesamte Körperkonstruktion der fleischfressenden Ernährungsweise angepasst sein kann, wobei alle Einrichtungen gleichzeitig vorhanden sein müssen.

Fleischfressende Pflanzen. Nicht nur Tiere schädigen oder töten einander, es gibt auch eine Reihe von Pflanzen, die von tierischer Nahrung leben, die fleischfressenden Pflanzen. Am Beispiel der tropischen Kannenpflanze (Nepenthes; Abb. 128) soll verdeutlicht werden, dass mehrere Strukturen ausgebildet und aufeinander abgestimmt sein müssen, damit die Nahrungsgewinnung gewährleistet ist. Als Fangapparat dient dieser epiphytisch (=auf anderen Pflanzen ohne Bodenkontakt) lebenden Pflanze ein kannenförmiges Fallenblatt, in welchem sich eine Verdauungsflüssigkeit befindet. Durch den farbigen Deckel und den farbigen Kannenrand werden Insekten angelockt. Der glitschige Kannenrand bringt die gelandeten Insekten zum Abrutschen ins Kanneninnere, wo diese dann verdaut und die Verdauungsprodukte von der Pflanze aufgenommen werden. Die aufgenommenen tierischen Stoffe werden in pflanzliches Eiweiß umgebaut.

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Strategien der Feindabwehr

Auch zur Feindabwehr bedienen sich viele Beuteorganismen besonderer Strukturen und Verhaltensweisen. Viele Tiere sind durch einen Panzer, durch Stacheln und dergleichen relativ gut, wenn auch nie hundertprozentig, geschützt. Der Rotfeuerfisch (Pterois volitans) hat giftige Rückenflossenstacheln. Kopffüßer stoßen zum Schutz vor Verfolgern eine tarnende Tinte aus. Viele Tiere schrecken ihre Feinde durch Warnfarben ab, andere sondern schlecht schmeckende Sekrete ab. Andere schützen sich durch ein geschicktes Verhalten. So legen Hasen blind endigende Spuren um die Sasse herum, um schnüffelnde Hunde zu verwirren.

Manche Beutetiere wehren sich durch Feindbeschuss. Bombardierkäfer spitzen ein ätzendes Sekret aus dem Hinterleib. Durch die Verbindung des enzymatisch abgespaltenen Wasserstoffs mit Luftsauerstoff kommt es zu einer kleinen Knallgasexplosion.

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Tarnung, Mimese und Mimikry. Ein geeignetes Mittel sowohl für Räuber und Beute sind Tarnung, Mimese und Mimikry. Tarnung hilft dem Räuber, nicht vorzeitig von der Beute entdeckt zu werden und umgekehrt. Unter Mimese versteht man die Ähnlichkeit mit belebten oder unbelebten Objekten der Umgebung in Form und Farbe. Sie soll mögliche Feinde dadurch fernhalten, dass ein uninteressantes Objekt vorgetäuscht wird. Berühmt hierfür ist das „Wandelnde Blatt", eine tropische Gespenstheuschrecke, die einem grünen Laubblatt bis auf die Aderung ähnelt (Abb. 130). Mimikry liegt vor, wenn die Gestalt eines Tieres von einem anderen Tier nachgeahmt wird, um gefährlicher oder harmloser zu wirken, als man ist (Beispiel: Abb. 131).

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Krankheit, Missbildungen, Tod

Ein weiterer Komplex biologischer Realität ist das Phänomen „Krankheit". Praktisch alle Funktionen des Organismus können gestört werden, was im Extremfall den Tod zur Folge haben kann. Auf solche Störungen ist der Körper mehr oder weniger vorbereitet. So kann der Körper mit Hilfe seines Immunsystems Infektionsabwehrmaßnahmen durchführen. Eingedrungene gefährliche Substanzen können z. T. entgiftet oder vernichtet werden, entstandene Schäden können behoben werden.

Tod. Ein Grundsatz der Evolutionslehre könnte lauten: „Ohne Tod kein Leben." Tatsächlich gab der Paläontologe H. K. Erben einem seiner Bücher den Titel „Leben heißt Sterben". Die heutige Ökologie ist in der Tat ohne Tod der Individuen, auch ohne vorzeitigen Tod (meist) der Mehrzahl der Nachkommen eines Elternpaars undenkbar, da andernfalls der vorhandene Lebensraum in kürzester Zeit überfüllt wäre. Die Grenzen des Lebensraums machen das Sterben unumgänglich. Gewöhnlich sterben die Organismen durch Räuber oder Parasiten; der Alterstod ist eher die Ausnahme.

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Viren

 

Zahlreiche Krankheiten von Mensch, Tier und Pflanzen werden durch Viren hervorgerufen. Zu ihnen zählen Krankheiten wie der relativ harmlose Schnupfen als auch so gefährliche und zerstörerische Krankheiten wie Pocken, Tollwut, Kinderlähmung und AIDS. Viren sind so klein, dass sie nur im Elektronenmikroskop sichtbar gemacht werden können. Sie bestehen aus genetischem Material (DNS oder RNS), das von einer Proteinhülle umgeben ist. Ob man sie als Lebewesen ansehen möchte, ist Definitionssache. Jedenfalls können sich Viren nur mit Hilfe des Stoffwechsels fremder Zellen vermehren. Dabei werden die Wirtszellen zerstört. Die Wirkungsweise mancher Viren ist so „ausgeklügelt", dass Portmann im Falle des Tollwutvirus die Kennzeichnung „dämonisch" für angemessen hält.

 
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Parasitismus

 

Als besonders auffällig „fallsgestaltig" muss weiter die parasitäre Lebensweise genannt werden. Parasiten sind Lebewesen, die zeitweise oder ständig, ganz oder zum Teil auf Kosten eines anderen, in der Regel größeren Organismus, des sog. Wirtes, leben. Sie beziehen von ihm Nahrung, unter Umständen auch Wohnung oder ähnlichen Nutzen und töten ihn normalerweise nicht oder nicht sofort.

Man unterscheidet Ektoparasiten, die die Körperoberfläche des Wirtes kurzzeitig (z. B. Stechfliegen) oder bis zu lebenslang (z. B. Wanzen) besiedeln, und Endoparasiten, die im Innern des Wirtes leben (z. B. Bandwürmer).

Parasiten finden sich in fast allen Tierklassen, und faktisch alle Wirbeltierorgane können von Parasiten aufgesucht werden. Ein ganz erheblicher Teil der Tiere lebt parasitisch. In manchen Gegenden der Erde sind fast alle Menschen von Wurmparasiten befallen, oft sogar von mehreren Arten. Man kennt alle Übergänge von scheinbar folgenlosem Nebeneinander beider Partner bis zum extrem einseitiger Schädigung. Parasitismus ist ein universelles Phänomen im Organismenreich.

Um die parasitäre Lebensweise ausleben zu können, bedarf es besonderer dafür zweckmäßiger Organe. Die parasitäre Lebensweise ist in aller Regel nur durch besondere morphologische, anatomische, physiologische, oft auch durch ethologische (Verhaltens-) Anpassungen möglich. Ektoparasiten besitzen spezielle Mundwerkzeuge (Stechapparate) und Verdauungsorgane, mit denen sie die von ihren Wirten gewonnene Nahrung verwerten; sie benötigen z. T. besondere Organe, um sich am Wirt befestigen zu können (z. B. Klammerfüße bei der Laus, Saugnäpfe beim Blutegel).

Endoparasiten müssen ganz besondere Anforderungen meistern und zeigen noch weit tiefgreifendere Änderungen der Körpergestalt als Ektoparasiten. Sie benötigen geeignete Mechanismen, um in den Wirt eindringen zu können, sie müssen sich im Wirt verankern und dort ausreichend Nahrung aufnehmen können, abwehrenden Wirtsreaktionen (Schutz vor Abwehrkräften und Verdauungssäften des Wirtes) begegnen und Strategien verfolgen, die ihrer Nachkommenschaft eine Übertragung auf andere Wirte ermöglicht. Sie müssen in der Lage sein, ohne Sauerstoff zu leben. Die Bewegungsorgane sind zugunsten von Haftorganen mehr oder weniger stark zurückgebildet, ebenso der Magen-Darm-Kanal zugunsten von Reservestoffen und einer Vergrößerung des Geschlechtsapparates (Endoparasiten müssen eine immense Zahl von Eiern produzieren, damit die Wahrscheinlichkeit hoch genug ist, dass durchschnittlich wenigstens zwei oder drei von ihnen wieder einen Wirt infizieren können. Dazu kommt die Fähigkeit zur ungeschlechtlichen Vermehrung. Es ändert sich im Grunde das gesamte Tier. In Extremfällen sind Endoparasiten so stark umgebildet, dass sie geradezu gestaltlos erscheinen.

 
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Schlussfolgerungen

 

Die kurze Beispielsammlung zeigt zum einen, wie vielfältig und ausgeklügelt Einrichtungen zum Töten oder Schädigen von Tieren sind. Zum anderen wird auch die Vernetzung solcher Strukturen und Verhaltensweisen in der Ökologie deutlich. Die „Fallsgestaltigkeit" (s. o.) der heutigen Schöpfung ist tief in die Existenzweise der Lebewesen verwoben. Fallsgestaltige Strukturen sind keine zusätzlichen Mechanismen und Einrichtungen, die zur Ursprungsökologie (ohne Tiernahrung) dazu kommen, sondern verändern diese tiefgreifend.

 
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Autor: Reinhard Junker, 17.05.2004

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