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Schöpfung: Design-Theorie |
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Interessierte: Kontroverse um „Intelligent-Design“ |
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InhaltDas Konzept des „Intelligent Design" (ID) versucht anhand von Merkmalen der Lebewesen (evtl. auch der unbelebten Natur) Indizien auszumachen, die mit großer Plausibilität auf einen Urheber („Designer") hinweisen. Grundlegend dabei ist ein Analogieschluss von technischem auf organismisches Design. Dieser Analogieschluss wird von Kritikern jedoch als ungerechtfertigt angesehen. In diesem Artikel werden Kritikpunkte am Design-Argument vorgestellt und bewertet. Die Fortpflanzungs- und Evolutionsfähigkeit der Lebewesen bringt keine Entkräftung des Design-Arguments. Irreduzible Komplexität kann als Kriterium für „Design-Signale" gelten. Dieses Konzept macht ID an erkennbaren Merkmalen fest, ist falsifizierbar und regt Forschung an.
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Analogieschlüsse sind jedoch keine Beweise, sondern nur Plausibilitätsbetrachtungen oder Veranschaulichungen. Bei den technischen Gegenständen wissen wir definitiv, dass sie durch die Tätigkeit eines Designers entstehen, bei Lebewesen wissen wir das nicht in gleicher Weise. Kritiker wenden an dieser Stelle ein, dass Lebewesen viel komplizierter seien als technische Geräte. Sie könnten sich selber fortpflanzen und Schritt für Schritt evolutionär ändern (vgl. Abb. 106). Wegen dieser Unterschiede sei der Analogieschluss von der Technik auf die Lebewesen nicht haltbar. |
Doch liefern die Fortpflanzungs- und Evolutionsfähigkeit sowie weitere Eigenschaften der Lebewesen, die den technischen Systemen fehlen, wirklich ein Argument gegen den Analogieschluss von technischem auf lebendiges Design? |
Was bringen die Fortpflanzungs- und Evolutionsfähigkeit? |
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Wir greifen zunächst das Argument auf, dass Lebewesen im Gegensatz zu technischen Systemen die Fähigkeit zur Fortpflanzung und zur Evolution aufweisen. Doch weshalb sollte dies weiterhelfen? Maschinen die sich selbst replizieren, würde man in der menschlichen Technik erst recht als Ausdruck von genialer Planung betrachten (W.-E. Lönnig). Doch abgesehen von diesem Argument schwächt der Verweis darauf, dass Lebewesen sich fortpflanzen und evolvieren können, das Design-Argument nicht. Denn Lebensstrukturen weisen irreduzible Komplexitäten (Behe 1996) auf, die nach gegenwärtigem Kenntnisstand durch natürliche Vorgänge nicht schrittweise entstehen können. Das kann als Kriterium für ein „Design-Signal" gelten. Ein System ist irreduzibel komplex, wenn es aus mehreren miteinander zusammenhängenden Teilen besteht, so dass die Entfernung eines beliebigen Teils die Funktion restlos zerstört. Irreduzible Systeme sind so gestaltet, dass die Selektion erst greifen kann, wenn das System komplett ist. Daher müssen solche Konstruktionen nach gegenwärtiger Kenntnis in einem einzigen Evolutionsschritt (also in einer einzigen Generation) aufgebaut werden. Doch dafür gibt es in der Natur jedoch kein Vorbild. Irreduzible Komplexität kann durch empirische Forschung begründet werden, allerdings nur auf der Basis des jeweiligen Wissenstandes, und dieser kann sich bekanntlich ändern. Eine wichtige Frage ist nun aber, ob die Irreduzibilität auch bewiesen werden kann. Vermutlich ist dies nicht möglich, sondern nur eine Frage der Plausibilität. Im Artikel Aus dem Gesagten folgt: Irreduzible Komplexität kann als Kriterium für Erkennung von ID gelten. (Weitere Kriterien wurden vorgeschlagen; da es in diesem Artikel um Grundsätzliches geht, soll die Formulierung und Erläuterung eines Kriteriums, das der irreduziblen Komplexität, genügen.) Ein weiterer Einwand lautet: Wir wissen zu wenig über die Evolutionsfähigkeit der Lebewesen, um sagen zu können, ob es irreduzible Komplexität überhaupt gibt. Dieser Einwand ist insofern berechtigt, als ein definitiver Beweis von Irreduzierbarkeit einer Struktur nur möglich wäre, wenn wir alles über Lebewesen und ihre Fähigkeiten wüßten. Das wird wohl nie der Fall sein. Man kann daher nur sagen: Das Vorliegen von Irreduzibilität ist empirisch begründbar; dieses Konzept har sich bisher bewährt. Der entscheidende Beweis für ID wäre erst der Nachweis, dass irreduzible Komplexität grundsätzlich nicht natürlich entstehen kann. Ein solcher Nachweis kann aber nie endgültig geführt werden. Er steht immer unter dem Vorbehalt unserer begrenzten Kenntnisse über die Lebewesen. Daher kann es hier vorerst nur um Plausibilitäten gehen. Weitere Forschung muss zeigen, in welche Richtung sich die Plausibilität verschiebt. Damit kommen wir zum nächsten Punkt. |
Gibt es positive Befunde für ID? |
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Kritiker behaupten, ID beruhe auf Nichtwissen (argumentum ad ignorantiam; vgl. Artikel Die entscheidende Frage ist, ob eine Evolutionstheorie (als mechanistische Theorie) die Entstehung von Design-Signalen durch natürliche Evolutionsvorgänge demonstrieren und damit das offenkundige Design bei Lebewesen (vgl. Ein weiterer Gesichtspunkt soll noch ins Spiel gebracht werden: Man könnte versuchen, experimentell Leben im Labor zu erzeugen oder irreduzible Komplexität herzustellen. Man kann dann ggf. sagen: So ungefähr könnten Leben oder irreduzible Komplexität entstanden sein. Wenn man überhaupt ein Ergebnis erzielen wird, wird es vermutlich lauten: Mit durchdacht konstruierten Apparaturen ist beides möglich. Man wird vermutlich herausfinden, dass unter Einsatz von ID Leben oder wenigstens Makromoleküle oder sonstige Bausteine des Lebens erzeugen kann. Dies könnte als positive Evidenz dafür gelten, dass man ohne ID nicht auskommt. |
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