Der Grundgedanke des „Intelligent Design“ (ID) ist, dass Lebewesen (eventuell auch die unbelebte Welt) Eigenschaften hätten, die auf das Wirken eines intelligenten, willensbegabten Urhebers (Designer, Schöpfer) hinweisen und andere Möglichkeiten ihrer Herkunft (Zufall, natürliche Vorgänge) ausschließen. Diese Eigenschaften werden hier als „Design-Signale“ bezeichnet. Die ID-Theorie beinhaltet wissenschaftliche Kriterien, mit denen solche Design-Signale erkannt werden. Durch eine naturwissenschaftliche Untersuchung könne geklärt (oder wenigstens plausibel gemacht) werden, ob eine organismische Struktur auf eine intelligente Ursache zurückgeht oder nicht.
Das Gegenstück von ID ist ein konsequenter Naturalismus, der grundsätzlich nur natürliche Vorgänge als Erklärungen zulässt, auch in Ursprungsfragen. Naturgegenstände aller Art und ihr Ursprung sollen demnach allein durch Naturgesetze und Zufälle erklärt werden.
Beim Thema „ID“ muss unterschieden werden zwischen
• ID als Bewegung mit politischen Zielen (darum soll es in diesem Artikel nicht gehen),
• ID als allgemeine Vorstellung vom Wirken eines Urhebers (Designers) (es gibt einen Urheber der Lebewesen und auch der unbelebten Welt),
• ID als Signalerkennungstheorie bzw. ID-Theorie (wie können „Design-Signale“ definiert und ihre Existenz plausibel gemacht werden?),
• ID als Startpunkt (aufbauend auf einem vorläufigen positiven Ergebnis der Signalerkennungstheorie können weitergehende Fragen entwickelt und geprüft werden).
Es sei noch darauf hingewiesen, dass im Zusammenhang mit ID der Begriff „Design" Planung, Zielsetzung, Zweckorientierung oder Schöpfung assoziieren soll, weniger Begriffe wie Verzierung, Verschönerung oder Ästhetik wie etwa bei „Designer-Möbel" usw. Es geht also um das Zweckhafte in der Natur, nicht um zweckfreie Spielereien, obwohl Letztere durchaus auch ein reizvolles Thema in der Biologie sind. |